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| Liebe Leserin, Lieber Leser!
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| was, wo, wie, wer, wann und weshalb – die sechs W-Fragen spielen nicht nur im Journalismus, sondern auch im Wald-Management eine Rolle. Es ist nicht egal, wo welcher Baum steht oder nicht steht. Wie lange er da schon steht und wie er gepflanzt worden ist. Es gibt kleine und große Tiere, die darauf angewiesen sind, ein Blätterdach über dem Kopf zu haben, selbst der Boden braucht Schutz vor zu viel Sonnenlicht, damit er nicht austrocknet und an Fruchtbarkeit zu verliert. Wie wir mit unseren Ökosystemen umgehen, daran hängt viel – besonders, wenn sie bereits unter Schutz stehen.
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| In Stockerau, einer kleinen Gemeinde nördlich von Wien, sorgt diese Frage für ordentlich Krach. Der ehemalige Forstleiter der Gemeinde hat seine Ex-Arbeitgeberin, die Bürgermeisterin, wegen ›vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt‹ angezeigt. Wie das mit zwei EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich zusammenhängt, liest du hier.
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| Was wir mit unseren Wäldern zu verlieren drohen, wie wir sie effektiv schützen und wie wir bereits Zerstörtes wiederaufbauen, darum geht es im heutigen Breitengrade-Newsletter. Wir reisen zuerst in die USA, dann nach Nepal und kommen schließlich nach Brasilien, wo dieser Tage die dreißigste Weltklimakonferenz (COP30) stattfindet. Die dortige Regierung hat einen ungewöhnlichen Plan und will sich dafür bei der COP30 Unterstützung holen.
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| Wenn dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde, kannst du ihn hier kostenlos abonnieren. Die nächste Ausgabe erscheint am 3. Dezember.
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| VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA
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| 2022 unterschrieb der damalige US-Präsident Joe Biden eine Executive Order, um alte Wälder auf Staatsgründen besonders zu schützen. Seitdem ist allerdings das Gegenteil passiert: Das Bureau of Land Management (BLM) hat unter Bidens Administration Forstunternehmen erlaubt, diese Wälder schneller abzuholzen als im ganzen Jahrzehnt davor. Dabei können alte Bäume deutlich mehr CO2 speichern als junge, was sie besonders wichtig für den Kampf gegen die Klimakrise macht – dazu kommt, dass sie wegen intensiver Bewirtschaftung mittlerweile selten sind. Von bedrohten Tieren, die nur in hohen Baumkronen wohnen, ganz zu schweigen. Protestierende haben Umweltverträglichkeitsprüfungen immer wieder eingeklagt, unter Donald Trump befürchten sie nun, dass selbst das nicht mehr möglich sein könnte. Pro Publica und Oregon Public Broadcasting haben sich die Daten angesehen.
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| Den indigenen Magar ist der Wald heilig. Das nepalesische Volk rührt dort kein Blatt an, selbst um Brennholz zu sammeln, wandern sie weite Wege, um ihre Schutzgötter nicht zu verärgern. Für das Heiligtum ist sogar eine Person von der Gemeinde angestellt, um jeden Hinweis auf menschlichen Einfluss auf die Natur wöchentlich zu beseitigen. Auch die nicht heiligen Teile des Waldes sind unter der gemeinschaftlichen Verwaltung der Community. Nun sollte Naturschutz nicht ausschließlich auf Gottvertrauen basieren, aber lokaler Schutz, getragen von Menschen, die einen Bezug zum Land und seinem Wert haben, führt vielerorts zu Vorzeigeprojekten. Außerdem zeigen Studien, dass Community Forests die Entwaldung stark verlangsamen. Wie das in der Praxis aussieht, lest ihr bei Earth Journalism.
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| Die Idee ist simpel: Brasiliens Regierung will, dass es künftig lukrativer ist, den Regenwald zu schützen statt ihn zu zerstören. Damit würde eines der größten Motive für die bisherigen Rodungen wegfallen: Geld. Staatliche Financiers sollen dafür mit privaten Investoren zusammengespannt werden. Viele sehen in dieser Initiative eine große Chance. ›Endlich hängen wir ein Preisschild ans Bestehen unserer Wälder‹, sagt ein Sprecher eines brasilianischen Netzwerks von 77 NGOs. Auch indigene Communities werden bei Einrichtung der Tropical Forest Forever Facility (TFFF) berücksichtigt. Wie die TFFF genau funktionieren soll und was für ihr Gelingen passieren muss, lest ihr bei der Deutschen Welle.
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Zum Schluss nochmal ein großes Danke an dich, dass du DATUM Breitengrade abonnierst, bis zum Ende durchliest und weiterempfiehlst. Ich hoffe, dass du dem Newsletter auch künftig als Leser:in erhalten bleibst. Vielen Dank für deine Unterstützung!
Wenn du diesem Newsletter-Projekt ein wenig helfen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Diese Empfehlungs-Mail kannst du direkt an deine Freund:innen abschicken. Danke!
Nach dem Danke noch eine letzte Bitte: Journalismus, der bleibt, kostet Geld. Falls du die Arbeit von DATUM und damit auch Breitengrade finanziell unterstützen willst, tust du das am besten mit einem Jahresabo.
Was hältst du von Breitengrade? Hast du Verbesserungsvorschläge? Oder Themen, über die du gerne mehr lesen würdest? Schreib uns einfach an breitengrade@datum.at. Der nächste Newsletter erscheint am 3. Dezember.
Herzliche Grüße
Paul Koren
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© Satzbau Verlags GmbH
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