Ein Wiener Start-Up kompensiert die CO2-Emissionen des heurigen ESC. Funktioniert das wirklich? ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ 
                                                           
DATUM Breitengrade
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Der ESC wollte dieses Jahr nämlich besonders grün sein: Das Publikum sollte, soweit möglich, per Öffis anreisen, die Bühnenshows kamen mit LED-Lichtern und ohne Dieselgeneratoren aus. Selbst für die Emissionen, die sich nicht in Österreich vermeiden ließen, hatte Econetix eine Lösung. Und hier wird es interessant.
GEHT DIESE GLEICHUNG AUF?
Laut dem Veranstalter ORF wurden 10.000 Tonnen CO2 über Zertifikate aus Klimaschutzprojekten in Afrika ›kompensiert‹. Solche CO2-Zertifikate oder Carbon Credits stehen in fast allen Regierungs- und Firmen-Fahrplänen Richtung Net Zero bzw. Klimaneutralität. Die Credits sind tauschbar und lassen Geld vom globalen Norden in Entwicklungsländer fließen, um dort Klimaschutz zu finanzieren. Im Gegenzug können sich Staaten oder Unternehmen für ihre Klimabilanz die Menge an CO2 gutschreiben, die durch die Projekte andernorts eingespart wird. In der Vergangenheit haben allerdings Skandale das Vertrauen in diesen CO2-Markt erschüttert. Auch die Wissenschaft stellt dem System gerade kein gutes Zeugnis aus.
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Econetix will dieses schlechte Image ändern. Die zwei Gründer haben mehrere Millionen in Finanzierungsrunden aufgestellt, Büros in Uganda und den Arabischen Emiraten aufgebaut und mit Ex-ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger auch einen bekannten Namen im Advisory Board sitzen. Nach dem ESC verpartnert sich nun auch der SK Rapid Wien mit Econetix für seine Nachhaltigkeitsstrategie. Mit seiner KI-basierten Lösung will das Start-Up die Transparenz schaffen, die vielen im Kohlenstoffmarkt fehlt. Kann das gelingen?
Morgen erscheint die neue DATUM-Ausgabe. Die Breitengrade-Geschichte kannst du hier schon vorab lesen. In unserer Sommerausgabe gibt es diesmal zwar keinen expliziten Klima-Fokus, trotzdem kann dir gleich drei weitere Klimageschichten aus unserem Heft empfehlen. Doch zuerst: Unser Schwerpunkt.
DATUM Sommer 2026
Einfach frei sein
Es ist kein Sommerthema, sondern eines, das das ganze Jahr über unsere Aufmerksamkeit verdient: die nicht enden wollenden Femizide in Österreich. Im Datum-Schwerpunkt liest du einen Essay von Regisseurin Nora Friedel über die kulturellen Narrative, die Frauen und Mädchen bis heute prägen. Du liest Protokolle von Frauen, die uns erzählt haben, was sie tun würden, wenn es einen Tag lang keine Männer geben würde. Du liest über eine wachsende Community von Frauen, die aus genau diesem Grund auf Beziehungen zu Männern verzichten. Und du liest die Titelgeschichte. Sie handelt von einer Frau, die fast von ihrem Ehemann ermordet wurde und die sich nun gegen Gewalt an Frauen engagiert. Chefredakteurin Christina Pausackl hat sie getroffen.
ZUR TITELGESCHICHTE (+)
Land unter Strom
Der Tech-Gigant Google baut ausgerechnet im kleinen oberösterreichischen Kronstorf ein Rechenzentrum. Bereits in den Neunzigern wurde Google vorstellig, das Projekt musste aber wegen der Finanzkrise 2008 verschoben werden. 2018 empfingen Landes- und Kommunalpolitik den US-Konzern mit offenen Armen zurück. ÖVP-Landeshauptmann Stelzer brachte zum Spatenstich sogar einen ›Googlhupf‹ mit. Doch warum gerade in Kronstorf? Die kleine Gemeinde liegt günstig: Hier laufen viele starke Stromleitungen zusammen, deren bisheriger Hauptabnehmer der Stahlkonzern Voestalpine war. Das wird sich nun ändern. Denn das Rechenzentrum von Google verbraucht nicht nur Ackerfläche und Millionen Liter Wasser täglich, sondern wird auch den nationalen Strombedarf um ca. fünf Prozent heben. Was ist der Preis, den wir Österreicher:innen für Googles Zentrum zahlen? Und ist es uns das wert?
ZUM TEXT (+)
Viel Lärm um Wind
Rund um die kleine Gemeinde Dürnkrut im Weinviertel reiht sich ein Windpark an den nächsten. Direkt daneben befindet sich eines der bedeutendsten Greifvogelgebiete Mitteleuropas. Da Energiewende und Artenschutz im Kampf gegen die Klimakrise Hand in Hand gehen müssen, hätten sich Politiker:innen, Umweltschützer:innen und Windkraftbetreiber:innen auf eine rote Linie geeinigt: die Bundesstraße zwischen Dürnkrut und Zistersdorf. Windräder links, Schutzgebiet rechts davon. So sieht es zumindest die Vogelschutzorganisation BirdLife. Diese Übereinkunft wackelt jetzt aber, auch im Brutgebiet der Kaiseradler sollen 17 Windräder aufgestellt werden. Was jetzt?
ZUM TALENTE-TEXT
Schlamm und Glanz
Ghana ist im Goldrausch. Knietief im Schlamm suchen unzählige Menschen in dem afrikanischen Land nach den schimmernden Edelmetallstücken. Der Boom ist auch aus dem Ausland getrieben. Weltweit gilt Gold als stabilste Wertanlage. Doch was für Anleger:innen Sicherheit symbolisiert, verschmutzt in Ghana die Flüsse, zerstört das Ackerland und frisst die Wälder auf. Denn illegaler Goldabbau nimmt keine Rücksicht auf die Natur – und auch nicht auf die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Kakaobauern wie Patrick Danso müssen um ihre Farmen fürchten, wenn ihnen kein sauberes Wasser mehr bleibt und über Nacht Löcher in ihrem Acker gegraben werden. Doch die Regierung und Aktivist:innen stellen sich jetzt auf die Beine. Auch die österreichische Firma STRABAG soll helfen, die Situation in den Griff zu bekommen.
ZUM TEXT (+)
 
 
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Herzliche Grüße
Paul Koren

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