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| Liebe Leserinnen, liebe Leser!
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| Auf den Galápagosinseln mussten Katzen und Ratten sterben, damit Vögel überleben. Forscher:innen haben sie vergiftet. Die Tötung der Tiere war Teil der Bemühungen des örtlichen Nationalparks, die Artenvielfalt auf der Insel Floreana, einer der Galápagosinseln, zu erhalten. Denn der Darwinfink ist mittlerweile vom Aussterben bedroht – diese Vogelart kommt weltweit nur hier vor. Katzen und Ratten hingegen sind auf Floreana eigentlich nicht heimisch – Piraten haben die Ratten eingeschleppt, die sich auf der Insel schnell vermehrten. Um der Rattenplage Herr zu werden, haben Menschen dann wiederum Katzen auf Floreana ausgesetzt.
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| Wegen dieser eingeschleppten Arten blieb den Darwinfinken allerdings kein sicherer Brutplatz mehr. Die Ratten und Katzen haben im Zusammenspiel mit der ebenfalls importierten Vampirfliege in den vergangenen Jahren nahezu den gesamten Nachwuchs der Darwinfinken ausgelöscht. Invasive Arten sind ein Problem für Ökosysteme auf der ganzen Welt und können allerlei Formen annehmen. Unscheinbare Pflanzen oder eben auch Katzen, die in Europa hauptsächlich als Haustiere gehalten werden, können auf anderen Breitengraden die Artenvielfalt gefährden, indem sie die heimische Flora und Fauna einfach verdrängen.
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| Der Darwinfink ist nach dem britischen Forscher Charles Darwin benannt, auf den die Evolutionstheorie zurückgeht. Er landete 1835 auf den Galápagosinseln. – Foto: Sonia Kleindorfer
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| Unsere Autorin Patricia McAllister-Käfer hat in der aktuellen Breitengrade-Geschichte die leitende Forscherin des Nationalparks, eine US-Österreicherin, zu den moralischen, ethischen und fachlichen Aspekten dieses Artenschutzes durch Vergiftung befragt.
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| Wenn dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde, kannst du ihn hier kostenlos abonnieren. Die nächste Ausgabe erscheint am 21. Mai.
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| Morgen erscheint die neue DATUM-Ausgabe. Die Breitengrade-Geschichte kannst du hier schon vorab lesen. Ich möchte dir auch diesmal wieder zwei Klima-Texte aus unserem aktuellen Heft empfehlen, aber davor noch kurz zu unserem aktuellen Schwerpunkt: Wer bekommt ein Stück vom Kuchen?
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Erben kann eine nervenraubende Angelegenheit sein. Einerseits wird heute so viel vererbt wie noch nie, andererseits wird auch so viel darüber gestritten wie noch nie. ›Mit Arbeit kann man nie so schnell zu so viel Geld kommen wie beim Erben‹, sagt eine Wiener Erbrechtsanwältin. Doch wenn es ums Verteilen geht, „dann wird es grauslich – egal in welcher Konstellation und in welcher Gesellschaftsschicht“. Thomas Winkelmüller erzählt die Geschichten von mehreren Familien, die an Erbstreitigkeiten zerbrochen sind – und liefert hilfreiche Tipps, wie sich Konflikte vermeiden lassen. Über Erben kann man nicht diskutieren, ohne die Erbschaftssteuer zu erwähnen. Jonas Vogt hat für uns recherchiert, warum sie in Österreich politisch nicht vom Fleck kommt.
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| Siebzigjährige Frauen bewahren das koreanische Wattenmeer. Sie gleiten mit ihren Schlammschlitten über die sumpfigen Weiten und sammeln Muscheln. Eine Technik mit 500-jähriger Geschichte, die Vorbild für nachhaltige Fischerei sein soll. Doch wer übernimmt diese Aufgabe, wenn die älteren Frauen einmal nicht mehr sind oder sie ihren Schlammschlitten an den Nagel hängen, wie so viele vor ihnen? Umweltschützer befürchten, dass Politiker:innen die alternde und immer spärlicher bewohnte Region mit mehr Straßen und Brücken als Zuzugsort attraktiver machen wollen und so die Natur gefährden. Tobias Asmuth hat die letzten Jägerinnen des Wattenmeers in Südkorea besucht.
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| In Kuba kommt es seit Jahren zu Stromausfällen. Doch seit Anfang 2026 hat sich die Lage zugespitzt: Tagelange Blackouts legen das Land lahm. Eine marode Infrastruktur und jahrzehntelange Investitionslücken der kubanischen Führung treffen auf eine verschärfte Energieblockade durch die USA. In den vergangenen Jahrzehnten war Kuba bei der Einfuhr fossiler Brennstoffe großteils auf Venezuela angewiesen. Mit dem Sturz von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro unterbindet US-Präsident Donald Trump nun auch den Öl- und Gasstrom nach Kuba. Das führt dazu, dass es die Ernte nicht mehr von den Feldern in die Städte schafft und Kranke nicht mehr ins Spital kommen. In unserer Bilderkolumne zeigt Susi Mayer, was im schlimmsten Fall passiert, wenn Länder sich zu sehr von volatilen fossilen Brennstoffen abhängig machen.
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Herzliche Grüße
Paul Koren
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